TIGERFEST

TIM FISCHER singt GEORG KREISLER
Musikalische Leitung: OLIVER POTRATZ

Premiere am  4. Oktober 2022 in Berlin

„Jetzt, da Georg Kreisler seine umjubelte Abschiedstournee gegeben hat, fühle ich mich aufgerufen, die Fackel der kultivierten Boshaftigkeit zu übernehmen und weiter durch die Lande leuchten zu lassen“, hatte Tim Fischer gesagt, als er 2001 sein erstes reines Kreisler-Programm präsentierte. Dieser war begeistert vom jungen Fackelträger und im Laufe der Jahre wurde aus einer intensiven Zusammenarbeit der beiden Künstler auch eine tiefe Freundschaft.

Am 18. Juli 2022 wäre Georg Kreisler 100 Jahre alt geworden – Anlass für Tim Fischer, ihn mit einer musikalischen Hommage zu ehren. In seinem neuen Programm „Tigerfest“ und mit dem im Oktober  erscheinenden Album zieht er seinen Hut vor dem Gesamtkunstwerk und optimistischen Pessimisten Georg Kreisler. Doch ergeht sich Fischer nicht in bloßem Wiederholen von Liedern aus vorherigen Programmen, sondern sucht und findet „Neues“ im Kreisler-Repertoire, das auf magische Weise vor Aktualität nur so strotzt.

„Seine emotionale Vielfalt ist enorm und spiegelt sich in den Chansons und kabarettistischen Liedern einmalig wider. Mit klarer Sprache entführt uns Georg Kreisler in sein Labyrinth, in dem das Surreale real, das Leichte schwer, das Schwere leicht und das Unmögliche möglich ist“, so Tim Fischer, der vom Meister selbst geadelte Interpret. 

Mit Songs wie dem fragilen „Ich liebe dich“, dem lasziv-erotischen “Johnny“, dem furienhaft-eifersüchtigen, sich selbst betrügenden „Was sprichst du mit der Andern?“ oder dem kessen „Fängt’s schon wieder an?“ stellt Kreisler Fischers Meinung nach unter Beweis, dass der Komponist und Autor die seltene Gabe hatte, sich als Mann vollkommen in die Seele einer Frau einzufühlen.
„Und die Kreisler-Texte sind wie gemacht für die Interpretation durch Tim Fischer und Tim Fischer ist wie gemacht für diese Texte. Die unzähligen Register, die der bei Charlie Chaplin geschulte Schöpfer der Songs mit einem hochgiftigen und doch zutiefst menschlichen Sprach-Feuerwerk zieht, zieht Fischer seinerseits mit seinen Fähigkeiten. Er singt die Songs, natürlich, und das macht er unglaublich gut mit seiner Stimme, die vor Kraft strotzen und vor Zartheit fast zerbrechen kann. Aber Fischer singt die Songs nicht nur, sondern er stellt sie dar, in dem er alle Register seiner Kunst zieht – mit Mimik, mit Gestik, mit einstudierten Effekten und ungekünstelter Herzlichkeit, mit Charisma und Professionalität.“ Dirk Fellinghauer

Unter der musikalischen Leitung von Oliver Potratz am Bass, mit Sebastian Weiß am Piano und Hauke Renken am Vibraphon erweckt Tim Fischer die Kreisler’schen Figuren zum Leben und kitzelt als Medium die absurde Komik aus den sprachgewaltigen Liedern. Lachenden Gesichts träufelt er Vitriol in die trügerische Idylle und karikiert die verbissene Lebensfreude des Spießers, verwandelt sich zum traurigen Clown, wird zum geldgeilen Luder, zum Satiriker und Satyr.

„Fischer weiß, wie man Kreislers Worte so auf die Bühne bringt, dass das Publikum – spätestens nach dem Pausenwein – gar nicht mehr anders kann als zu lachen, zumindest zu schmunzeln, manchmal hemmungslos zu prusten. Und unablässig zu staunen: Wie, bitte schön, schafft der gute, der grandiose Tim es, diese höchst komplizierten Texte, bei denen unsereins schon beim einfach nur langsam Vorlesen seine Probleme bekommen dürfte, in einem Tempo zu singen, bei dem schon das Zuhören mitunter schwindlig macht?“ Dirk Fellinghauer

„Musikalisch zeigt das Programm ein für Georg Kreisler ungewöhnliches stilistisches Spektrum. Es bewegt sich in einem Milieu zwischen luftig-jazzigen Arrangements über handfesten Schlagerswing à la Bert Kaempfert bis hin zu träumerisch-schicken Schlagern und heißen 70er-Jahre Disco-Beats. Es ist nicht nur eine Hommage an Kreisler, sondern auch an die letzte große Ära der aufwendig produzierten, handgemachten Unterhaltungsmusik auf höchstem Niveau“, so Oliver Potratz.

Georg Kreisler über Tim Fischer:
„Er besticht hochmusikalische Zeitungskritiker, die Geld brauchen und dann tränenüberströmt ein paar freundliche Worte über ihn schreiben, bevor sie beichten gehen. Das Geld hat er von seinem Vater, einem Bankräuber. CDs und Konzerte macht er nur, um die Polizei abzulenken. Alles in allem bin ich also sehr glücklich darüber, dass Tim Fischer meine Lieder singt.“

CD: VÖ 28.10.2022
Label: Tim Fischer Chansons

Tourdaten

 

Foto © Benno Kraehahn